Mittwoch, 28. September 2016

Die besten Instagram Kanäle als Inspirations- und Wissensquelle

Ich liebe Instagram und das Stöbern nach schönen (Näh-)Bildern. Am meisten freue ich mich, wenn ich einen Blick in ein Haute Couture Studio erhaschen kann oder ich einen Ausschnitt von einem schwierigen Detail auf einem Bild finde.

Für diese Blicke hinter die Kulissen kann ich euch besonders diese Feeds ans Herz legen.

Zac Posen


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Susan Khalje Couture


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Sebastian Hoofs


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Nina Clausen




Das Revers ist fertig pikiert und das Eckenband fertig zum Anstaffieren. Viele kleine Handstiche, von deren Existenz später kaum jemand etwas ahnt, wenn er den fertigen Kaschmirmantel sieht. I just finished padstitching the lapel and now I'm ready to fellstitch my tape around the edges at this luxurious cashmere/wool coat I'm currently working on. Many small stitches hidden inside and only a few people will know it! #toolsofthetrade #bespoketailoring #behindthescenes #tailorsatwork #tailormade #schoeneshandwerk #schneidern #pikieren #mantelrevers #traditionelleshandwerk #maßschneiderei #sartorial #insidecouture #imadeyourclothes #feingeschneidert #handsewing #sewing #theartoftailoring #schneiderkunst #ninaclausencouture #madeinkiel #tailormade #luxuryfashion #cashmerecoat #kaschmirmantel #mantelaufmassgeschneidert
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Sewing Techniques









Mich findet ihr auf Instagram übrigens unter @juliajamei.

Was sind eure liebsten Instagramer, wenn es ums nähen geht? Ich bin ganz gespannt auf eure Inspirationsquellen.


Lieben Gruß,

* Julia

Donnerstag, 15. September 2016

Ohne Schnittmuster nähen: ein neues Shirt für die letzten Sonnenstrahlen

Der Spätsommer hält noch ein paar schöne Sonnentage bereit und ich würde am liebsten jede Minute draußen verbringen. Zumindest die Abende verbringe ich zur Zeit immer im freien und nehme noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages mit. Vor allem kann ich meine Sommershirts noch eine ganze Weile länger tragen.








Vor kurzem habe ich mir aus einem Jersey der "Unbunt"-Stoffkollektion ein super einfaches Shirt genäht ohne Schnittmuster. Ab und zu muss einfach mal etwas unkompliziertes her, wo ich nicht stundenlang tüfteln muss oder das Nähprojekt in eine Anpassungsodysee eskaliert. Außerdem war ich schlichtweg zu faul, nach einem passenden Schnittmuster zu suchen.

Wie bin ich also vorgegagen? Ich habe mir ein altes Lieblingsshirt geschnappt, zur Hälfte gefaltet und auf den Stoff gelegt. Einmal auf der Vorderseite des Shirts in der Mitte gefaltet, angezeichnet. Dann das gleiche nochmal mit der Rückseite des Shirts und schon hat man die beiden Schnittteile. Nur bei den Ärmeln benötigt man noch einen Zwischenschritt. Fand ich zumindest. Den Ärmel faltet man an der Schulter zur Hälfte, nimmt mit einem Schnittmusterpapier den Schnitt ab.

Den Halsausschnitt habe ich mit einem Jerseyschrägband verarbeitet. "Schräg" in Anführungszeichen natürlich, den bei Jersey bedeutet das, dass 90° zum Fadenlauf zugeschnitten wird.

Beim Saum habe ich einen neuen Stich an meiner Overlock ausprobiert. Ich musste unbedingt mal alles durchtesten, denn so oft kam die Gute noch nicht zum Einsatz. Bei meinen Haute Couture Kleidern wurde sie ja immer verschmäht. In meinem Video über Versäuberungstechniken könnt ihr gerne nachschauen warum ;). Die Wahl für den Saum fiel dann auf die Flatlock naht. Durch das Umschlagen und die so doppelte Stoffmenge wurde der Stich allerdings nicht gleichmäßig. So kam zufällig das Wellenmuster zustande und ich muss sagen, ich bin total happy damit. Manchmal führen "Fehler" zu ganz neuen kreativen Ergebnissen.

Wie haltet ihr es mit den Schnittmustern? Näht ihr ohne? Mich würde interessieren, was ihr schon so alles ohne Schnittmuster genäht habt.


Lieben Gruß,

* Julia


Verlinkt bei RUMS.

Dienstag, 16. August 2016

Hawaii Prints für den Sommer

Was ist das nur für ein Sommer dieses Jahr. Da kann man nur mit knalligen Prints dagegen halten. Zumindest mir geht es so. Wenn der Sommer nicht kommen mag und immer nur kurz anklopft, dann muss ich mir den Sommer eben anders herbeiholen. Hawaiiprints sind da ein wunderbares Mittel. Ein einfacher Schnitt ist schon ausreichend und die Wirkung ist enorm. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie oft ich auf dieses Shirt schon angesprochen wurde.















Mein Shirt hat noch nicht einmal Abnäher. So minimalistisch hätte ich im Nachhinein gar nicht sein müssen. Ein Abnäher hilft, um etwas mehr Bewegungsfreiheit zu schaffen (bei diesem Shirt zu sehen). Mehr als ein Abnäher an der Brust sollte es dann aber nicht sein, sonst ist das schöne Muster dahin.

Solche Schnitte sind gar nicht so leicht zu finden.. zumindest, genau dann, wenn man sie sucht. Geht es dir auch oft so? Du weißt genau was du nähen möchtest, kennst die Schnittmusterzeichnung haargenau und du hast sie definitiv schon in einem der hundert Burda Magazine gesehen. Nach einer ellenlangen Sucherei gibst du auf. Du weißt zwar, dass es den Schnitt gibt, aber dir fallen keine weiteren Möglichkeiten mehr ein, wie du in dem Schnittmusterdschungel fündig werden sollst.

An diesem Punkt habe ich beschlossen, dass ich mir das selbst konstruiere. Das ging tatsächlicher schneller als die ganze Sucherei. Ich habe für den Grundschnitt komplett ohne Abnäher aufgestellt, das beschleunigt die Konstruktion etwas. Im Nachhinein würde ich es aber nicht mehr so machen. Ein Abnäher bringt nochmal einiges mehr an Tragekomfort mit sich.

Konstruierst du dir deine Schnittmuster auch selbst? Was hast du bisher schon konstruiert?

Falls die Schnittkonstruktion für dich absolute Rocket Science ist, kann ich dir diesen Blogpost von EllePuls ans Herz legen. Sie hat etliche Schnittmuster für schlichte Shirts auf Herz und Nieren geprüft und in einem tollen Artikel zusammengefast.

Happy Summer,

* Julia


Verlinkt bei Creadienstag.

Donnerstag, 4. August 2016

Diese 5 Nähechniken heben deine Kleider auf das nächste Level


Planst du gerade selbst dein Kleid für den nächsten großen Auftritt zu nähen? Oder fragst du dich, welche Tricks die großen Designer verwenden, damit die Stars nicht ohne ihre trägerlosen Kleider am Ende des roten Teppichs da stehen?

In diesem Beitrag möchte ich dir einige Techniken zeigen, mit denen du dein Kleid nähtechnisch sofort auf das nächste Level hebst.


1. Eine Unterkorsage nähen


Damit ein trägerloses Kleid überhaupt hält, muss vor allem das Innere stimmen. Sonst läufst du Gefahr oben ohne dazustehen oder bist andauernd damit beschäftigt, alles wieder in die richtige Ordnung zu zupfen.
Für die Korsage habe ich auf ein bewährtes Schnittmuster von Burda zurückgegriffen, welches auch schon bei meinem Bombshell Kleid zum Einsatz kam. Damit hast du eine gute Basis für ein solches Kleid.

Als Stoff eignet sich alles, was eine feste Webart hat z.B ein Nesselstoff. Nur nicht zu steif, sonst wird es unangenehm beim Tragen. Die Cups verstärkst du entweder mit einer festen Wattelinie Einlage oder verwendest wie ich Laminat. Das ist ein Stoff der für BHs und Swimwear verwendet wird und an Schaumstoff erinnert. Ich habe die BH-Körbchen zusätzlich mit Bügeln und einem Gummiband unter der Brust vernäht - das ist aber nicht unbedingt notwendig.



Wenn du das Schnittmuster auf deine Figur angepasst hast, kommt der wichtigste Teil: das Einnähen der Spiralfedern. Hierzu nähst du ein spezielles Tunnelband auf. In die Öffnungen können dann die Federn eingeschoben werden, nachdem du sie auf die richtige Länge gekürzt hast. Das Kürzen funktioniert am besten mit einem Seitenschneider und mit einem kleinen Trick. Nicht die komplette Spiralfeder auf einmal durchtrennen, sondern erst den äußeren Ring der einen Seite, dann auf der anderen Seite zerschneiden. Jetzt springt sie von alleine außeinander. Noch die Kappen aufbringen zum Schutz aufbringen, ab damit in die Korsage und die Tunnel zunähen.



2. Der Staffierstich


Als nächstes muss die Unterkorsage ans Kleid. Dafür wird das Oberteil rechts auf rechts an der Ausschnittkante auf die Korsage gesteckt. Für einen schönen Abschluss fasse ich noch ein Schrägband mit, das ich dann nach innen Umlege. Mit einem Staffierstich wird es auf der Innenseite angenäht.

Wenn das Kleid nahezu fertig ist wird noch einmal dieser Stich benötigt. Die Unterkorsage wird in der Taille mit dem Staffierstich auf den Rockteil genäht.



3. Spitze auf Tüll applizieren


Die Technik, warum ich überhaupt dieses Kleid nähen wollte. Beim Stöbern durch die Bilder der Haute Couture schauen der großen Designer habe ich mich immer gefragt, wo bekommt man nur alle diese traumhaften Spitzenstoffe her. Es ist doch unmöglich, dass die Spitze genau so verwendet werden kann, dass sie sich auf dem Kleid zu einem absoluten Traummuster verarbeiten lässt.

Mittlerweile konnte ich dem Kopfzerbrechen ein Ende bereiten. Natürlich ist es zum einen so, dass die Designer nicht wie die 'normale' Hobbyschneiderin hunderte Stoffläden durchkämmt in der Hoffnung auf die perfekte Spitze. Sie werden extra hergestellt für die Couturiers.
Zum anderen entstehen die teilweise sehr aufwändigen Muster durch zerschneiden der Spitzenstoffe und dem neu Anordnen auf einer Schneiderbüste. In meinem Blogpost zur Planung des Kleides habe ich mehr darüber geschrieben und auch einen Link eingefügt.




Damit die Spitze so verarbeitet werden kann, muss ein feiner Tüll über das Oberteil genäht werden. Ich habe einen hautfarbenen genommen, der auch über dem gelben Stoff die Kleidfarbe nicht verfälscht.
Jetzt beginnt der fummelige Teil des Kleides. Die Spitze aus dem Stoff möglichst genau an den Kanten ausschneiden und auf das Kleid nähen - mit der Hand. Dazu eignet sich am besten ein Überwendlingstich.



4. Den Rock füttern 

 

Für den Rock habe ich mir aus meinem bewährten Schnittmuster für ein Etuikleid (siehe Chanel-Kleid & Dolce&Gabbana-Kleid) einen neuen Schnitt gezeichnet. Im Prinzip kannst du hier alle möglichen Schnitte kombinieren und ausprobieren. Ich habe mich für eine Variante entschieden bei der die vordere Rocklänge etwas kürzer ist als die hintere.

Die Rockteile schneidest du genauso auch noch einmal aus einem Futterstoff zu. Die beiden Röcke legst du anschließend übereinander, so dass die rechten Stoffseiten innenliegen. Die Saumnaht steppen und den Rock auseinanderlegen. Jetzt nur noch den Futterrock schmalkantig auf der Nahtzugabe abschneiden und dann die überstehenden Reste der Zugabe zurückschneiden.



Das ganze sollte gut gebügelt werden, bevor der Futterrock an der Taille vernäht wird. Hier reicht ein einfacher Heftstich aus. Wichtig ist nur, dass die Stichlänge nicht zu groß ist und du nur die Nahtzugabe mitfasst. Jetzt ist das Kleid bis auf eine Naht schon fast fertig.



5. Einen nahtverdeckten Reißverschluss einnnähen


Noch vor gar nicht allzu langer Zeit waren mir die nahtverdeckten Reißverschlüsse ein Graus. Nie saßen sie an der richtigen Stelle und den Stoff habe ich nie dahin bekommen, wo ich ihn eigentlich hin haben wollte. Aber nachdem ich mit der richtigen Technik und Nähfuß die Sache angegangen bin, hat es plötzlich funktioniert.

Ich verwende nicht mehr den normalen Reißverschlussfuß, sondern einen Speziellen für nahtverdeckte Reißverschlüsse. Der Unterschied ist, dass der Spezialnähfuß die Zähnchen zur Seite biegt. Mit der Nähmaschine kommt man nun genau in die Falte. Von außen ist nichts mehr zu sehen. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, dass das Kleid nicht mehr so leicht unter dem Füßchen wegrutscht.



Auch wenn es etwas mehr Zeit kostet als ein Kleid nach einem regulären Schnittmuster zu nähen, lohnt sich der Aufwand für ein nicht alltägliches Stück. Mit dieser kleinen Sammlung kannst du die verschiedensten Kleider auf einem hohen Niveau nähen.

Und welche Technik wirst du als nächstes ausprobieren?

Lieben Gruß,

* Julia

Mittwoch, 27. Juli 2016

Mein neues Haute Couture Sommerkleid

Das Jahr 2015 ging rasend schnell zu Ende und holla di hopp flatterte eine Hochzeitseinladung nach der anderen ins Haus. Ich mag Hochzeiten, nicht nur wegen den schönen Feiern, sondern weil man sich bei diesen Gelegenheiten so richtig in Schale werfen kann. Und am schönsten ist es in einem selbstgenähten Kleid.

in liebevoller Handarbeit selbstgenähtes Haute Couture Kleid


ein Haute Couture Hochzeitsgast-Kleid in strahlendem gelb

Im November habe ich also schon die ersten Entwürfe und Ideen für mein Outfit zusammengetragen. Eines Stand fest: Es musste mit Spitze sein. Ich wollte unbedingt einmal die Lace-Applique Technik ausprobieren, über die ich schon so vieles gelesen und gesehen hatte. In meinem Planungbeitrag könnt ihr nochmal genauer darüber nachlesen.

Was die Farbwahl angeht, habe ich auf einen hellen Gelbton zurückgegriffen. Für mich eine neue Farbe. Meine erste Wahl sind sonst oft starke und leuchtende Farben. Auf den Hochzeiten die Jahre davor habe ich zum Beispiel gerne ein leuchtendes magenta-farbenes Kleid getragen. Das wird es übrigens bald hier auf dem Blog zu sehen sein;).

Haute Couture selbstgenäht

Alpenblick wohin man schaut am Staffelsee

Traumkulisse für mein selbstgenähtes Sommerkleid

traumhaftes Sommerkleid in zitronengelb mit Spitze

trägerloses Sommerkleid selbstgenäht mit Spitze

Beim Schnittmuster konnte ich glücklicherweise auf Bewährtes zurückgreifen. Die Korsage des Bombshell Kleids mit dem ich kürzlich den zweiten Platz beim Burda Style Talent abgeräumt habe hat sich auch hier bezahlt gemacht. Das heißt bei mir zwar nie, dass ich schneller vorankomme, aber die Anpasserei vereinfachte sich schon einmal für einen Teil des Kleids. Ich habe trotzdem so einige Schnittpartien mehrfach über den Haufen geworfen. Zum Beispiel habe ich die Cups ausgetauscht und die Korsage mit den Techniken aus dem Bereich Dessous nähen verheiratet. Über die Bügel und die Foameinlage bin ich sehr froh, das erhöht die gefühlte Sicherheit ungemein und alles bleibt dort, wo es hingehört.

Nachdem endlich das letzte Detail inklusive des Herzausschnittes ausgetüftelt war, konnte ich mich an die eigentliche Arbeit mit der Spitze machen. Dazu habe ich Blumenmotive aus einem Spitzenstoff ausgeschnitten und auf einen feinen hautfarbenen Tüll Stück für Stück appliziert. Mit jeder Blüte, die auf dem Oberteil hinzukam, habe ich mich mehr und mehr auf den Moment gefreut, es endlich anziehen zu können.

Ich probiere meine Kleider in der Entstehung so oft an. Kennst du auch dieses Gefühl und kannst es kaum abwarten bis das Projekt fertig gestellt ist?


Willst du mehr über die Verarbeitung und die Haute Couture Techniken dieses Kleides erfahren? Dann verpasse nicht den nächsten Beitrag und folge meinem Blog mit Bloglovin:


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Lieben Gruß,

* Julia


Verlinkt bei MeMadeMittwoch.